Motto und Zitate

Um lange zu leben, bedarf es des Schicksals,
um genug zu leben, einer Entscheidung.
(Lucius Annaeus Seneca, 4 v.Chr. bis 62 n.Chr.; Gefunden von Paul Linke:)

Schönheit ist "keine Qualität der Dinge an sich, sie existiert nur im Bewusstsein des Betrachters, und jeder Betrachter erkennt etwas anderes als schön". (David Hume im England des 18. Jahrhunderts.)

Lust ist Erfüllung einer positiven Erwartung.

Ungeordnet einige Zitate und Lebensmottos sowie -weisheiten:

Bis ans Ende der Welt

Hier eine längere Textstelle aus einem meiner Lieblingsfilme von Wim Wenders: Until the end of the world. (Zeit ca. 2:26:40 bis 2:29:50)

Clair Tourneur (Solveig Dommartin):
Tun sie ihm nicht weh.
Henry Farber (Max von Sydow):
Er ist mein Sohn.
Siehst du, wir kennen dich. Wir wissen, was dein Gehirn sieht. Und wir sind schlau. Wir lernen. Was gestern noch wie elektrische Ströme im Gehirn aussah, wird heute zu Farben, Formen und Bewegungen.
Hier ... ein Traum ...
Clair Tourneur:
... Ich dürfte das gar nicht sehen.
Henry Farber:
Ronda?! Oh, Clair. Sieh mal ... wir machen Fortschritte.
Eine Kackophonie von Gehirnströmen. Transponiert in eine Symphonie von Farben und Formen. Biochemische Bilder. Wenn ich Sam wäre würde ich im siebten Himmel schweben. Das sind Sphärenklänge.
Clair Tourneur:
Das ist wunderschön!
Henry Farber:
Wunderschön? Tapeten sind wunderschön!
Das hier ist eine menschliche Seele, die sich selbst besingt ... ihren eigenen Gott.
Clair Tourneur:
Ich sehe da nichts von einem Gott.
Henry Farber:
Doch: Der Gott in uns selbst! Sehen sie? Er braucht nichts.
Clair Tourneur:
Alles braucht er.
Henry Farber:
Oh nein! Nichts, gar nichts Clair!
Clair Tourneur:
Er wird uns mit Haut und Haaren verschlingen ...
Henry Farber:
Niemals!
Clair Tourneur:
Wir sollten aufhören ...
Henry Farber:
Aufhören? Wie können wir jetzt aufhören? Was wollten wir jemals mehr? Das ist unsere Antriebsfeder.
Wir können uns nicht einfach abwenden.
Clair Tourneur:
Wir haben kein Recht dazu ...

Lyrik: Das Gegenteil von Computer

Lyrik: [griech.], gilt seit dem 18. Jh. neben Epik und Dramatik als eine der drei literar. Grundgattungen.

Kann ein Bettler glücklich
sein ?

(von Paul Linke)

Fragst nicht auch Du nicht manchmal,
täglich und immer wieder,
schaffst du Es oder war es das?

Läßt nicht auch Dich die Unruhe kürzer atmen,
dein einziges, kurzes Ich könnte neben Dir stehen?

Die Geilheit auf das Mehr,
die Gier nach der Norm,
die Angst vor dem Weniger
als die Anderen.

Sind sie es nicht, die Glut schüren unter
dem Bims,
die uns treiben, vor sich her, links und rechts,
warum?

Für was nur?

Ist Es uns eingepflanzt in die DNS,

daß selbst der einsamste Mönch dem andern
die Tugend neidet,
den bekanntesten Bussi ein Wegseher lähmt,
ja sogar die dümmsten Schweine noch
Ärmere suchen?


"Keine Ahnung",
sagt der Bettler und friert.

Das Wandelröschen
(von April Steffens c/o Peter Jäger)

Das Wandelröschen I                     von April Steffens
Ein Wandelröschen stand im Müll
Es war dorthin gewandelt
Die Blüten zart wie rosa Tüll
Der Boden ward verschandelt
Jetzt steht das Wandelröschen stumm
An jenem finst'ren Ort
Schaut sich nochmals betreten um
Und wandelt wieder fort
    (Das "wieder" in der letzten Zeile des Gedichtes soll-
    te der Kontrastbetonung wegen im Dialekt, folglich
    "widdä" ausgesprochen werden, um den inhaltlichen Bruch
    auch durch den Gegensatz zum akzentuierten Hochdeutsch
    der ersten 7 Zeilen hervorzuheben!)
Das Wandelröschen II                    von April Steffens
Ein Wandelröschen stand im Müll
Es war schon halb verdorrt
Ich trau're, ich heule, ich schrei und ich brüll
Und wandel wieder fort.
    (Für Teil II der Trilogie gilt derselbe Zusatz wie für
    Teil I)
Das Wandelröschen III              auch von April Steffens
Ein Wandelröschen schläft unterm Müll
Im kalten Januar
Und wenn der Schnee dann schmiltzt im Phrylling
Isses wieder da!
    (Daß Frühling hier in Anlehnung an die griechische
    Schreibweise steht betont lediglich den Kreislauf des
    Lebens im Bezug auf das Ergrünen und die Neuproduktion
    von Chlorophyll. Daß das Enjambement im Übergang 3.
    zur 4. Zeile natürlich als Phryll- ing gelesen werden
    sollte, versteht sich von selbst.)
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