Verlängerung: Touristische Trainingswoche

Reisebericht: Cilento - Latium - Toskana

A.S.: Ich hänge an die Woche des Frühlingstraining mit dem RC Concordia im Cilento eine touristische Trainingswoche an.

Auf Etappen- und Touristiktouren habe ich den italienischen Stiefel schon fast komplett bereist; allerdings fehlte mir das Stück Mittelitaliens von Orvieto (Aquapendente) über Rom bis Neapel, welches jetzt auf dem Tourplan steht: 7 Tage und 700 km, römische Historie mit Ostia Antica, die älteste Zisterzienserabtei Italiens Fossanova, Montalcino und der Brunello, die legendären 'strade bianche' sowie die Chianti-Classico Gegend zwischen Siena und Florenz, um nur einige der Höhepunkte der Reise zu nennen!

Etappenübersicht

DatumEtappeStreckensumme
22.4.2011Neapel - Pozzuoli: Antiker Markt - Baia - Fusaro - Cuma - Castel Volturno - Torre di Pescopagano66-
23.4.2011- Minturnae: Ausgrabungen - Gaeta - Terracina - Abbazia di Fossanova: Zisterzienserkloster - Sabaudia149215
24.4.2011- Nettuno - Anzio - Ostia Antica: Ausgrabungen - Fiumicino111326
25.4.2011- Bracciano: Lago di Bracciano - Sutri - Ronciglione - S. Martino al Cimino - Viterbo105431
26.4.2011- Capodimonte: Lago di Bolsena - Acquapendente - Sforzesca: Villa - Abbadia S. Salvatore: Kloster97528
27.4.2011- Monte Amiata - Castelnuovo dell'Abate: S. Antimo - Montalcino: Brunello - Buonvonvento - Vescovado: Strade Bianche - Siena94622
28.4.2011- Castellina in Chianti - Greve in Chianti - Impruneta - Florenz80702

Landkarte: Napoli - Roma (1,4 MB!)

22.4.11: Neapel - Torre di Pescopagno: Einrollen an der Küste bei 20-30°C

Heute starten wir am Bahnhof in Neapel: Zuerst durch den Stadtverkehr kommen wir am Hafen vorbei mit Rückblick auf den Vesuv. Einkehren tuen wir mittags hoch oben über dem Meer in Marechiaro bei einem herrlichen Risotto mit Blick auf die Halbinsel Sorrentina und die Insel Capri. Erste Sehenswürdigkeit ist der antike Markt in Pozzuoli, der von Läden umrahmt war. An Cuma vorbei geht es dann lange Zeit über eine breite Straße ohne Blick auf's Meer zum angepeilten Tagesziel Castel Volturno, einem kleinen gemütlichen Ort am Fluß Volturno ..., aber es gibt keine Unterkunft:-( Wir fahen weiter und finden mittem im Nirgendwo ein Hotel. (Der touristisch erschlossene und wohlhabende Norden Italiens unterscheidt sich schon vom ärmeren und bisweilen chaotischen Süden.) Essen gibt es keines, wir werden in ein nahes Restaurant geschickt ..., welches auch zu ist: In der Bar werden wir - nicht ganz typisch italienisch - doch noch satt.

23.4.11: Torre di Pescopagno - Sabaudia: 150 km mit Bergwertung

Wir starten mit einem kleinen italienischen Frühstück und fahren - wieder bei bestem Wetter! - zur kleinen aber feinen Ausgrabung Minturnae: Sie hält Reste von Thermen, Tempel und ein Forum, Theater und Amphitheater (im Hintergrund) bereit, die Via Appia verläuft vor der Säulenreihe quer durch den Ort. Wir steuern jetzt Gaeta an zum Mittagessen: Direkt am Meer gelegen, mit nettem Hafen und dem Campanile des Doms. Der ist romanisch und maurisch (10.-15. Jh.), mit Fayencen verziert und erinnert an die Glockentürme Siziliens und Amalfis. Nach dem Essen geht es für uns an der Küste weiter westwärts nach Terracina, wo wir in's Landesinnere abbiegen: Es geht in einem Tal entlang zum 362 m hohen Sattel Campo Soriano. Hierbei handelt es sich um ein Karst-Plateau mit monumentalen Steinformationen; leider spielt das Wetter nicht mit und so erreichen wir nach einiger Orientierungsfahrt die älteste Zisterzienserabtei Italiens von (Baubeginn: 1163, Weihe: 1208)! Obwohl es schon recht spät ist, können wir die Anlage besichtigen, zudem ist die Besichtigung kostenlos! Es erwartet uns eine typische Anlage der Zisterzienser, wie ich sie aus Frankreich, Portugal oder Spanien kenne (hier allerdings neben burgundischen Stilelementen auch lombardische und maurische): Der begrünte Hof im Kreuzgang mit formenreichen Säulen und Kapitellen, der daran anschließende Kapitelsaal mit beeindruckendem Kreuzrippengewölbe und das schlichte Kirchenschiff mit Kastenrippen im Gewölbe. Nach einer kleinen Stärkung im Kloster-Cafe fahren wir die 20 km hinunter Richtung Meer nach Sabaudia, wo wir in einem typischen italienischen Restaurant essen: Alle Altersschichten sind versammelt, es gibt keine erkennbaren ausländischen Touristen.

24.4.11: Sabaudia - Fiumicino: Fahrt auf Rom ... und vorbei

Heute gibt es für uns die letzte Etappe am Meer; bisher wurden wir immer von Rückenwind begleitet! Wir starten im Parco Nazionale del Circeo mit Rückblick auf den M. Circeo und fahren direkt am Meer! Insgesamt gibt es wenig Verkehr; mittags machen wir Rast - typisch italienisch - in Lido dei Pini in einem Restaurant direkt an der Straße. Da Ostersonntag ist, sind jetzt mehr Leute unterwegs. Wir erreichen gegen Nachmittag die Ausgrabung Ostia Antica, die wir uns eingehend ansehen: Z.B. die Therme des Neptun mit seinen Mosaiken und die zahlreichen Straßen der Stadt. Sehr beindruckend ist die Weitläufigkeit der Anlage und die vielfältigen baulichen Reste der Stadt! Nicht weit haben wir es jetzt zu unserem Übernachtungsort: Spontan entscheiden wir uns bei der Durchfahrt für Fiumicino und bekommen ein Zimmer mit direktem Blick auf den Kanal. Der Ort hat sich das Ambiente eines kleinen Fischerortes erhalten, obwohl er in driekter Nachbarscaft des römischen Großflughafens liegt. Wir genießen den Bummel zum Sonnenutergang enlang des Kanals bis zum Meer, bevor wir zum Abendprogramm übergehen.

Landkarte: Roma - Firenze (1,6 MB!)

25.4.11: Fiumicino - Viterbo: Auf zu den Lagos

Das Wetter wird unbeständiger: Es gilt Auflockerungen, Wolken und gelegentlich ganz leichten Regen (14-20°C). Wir verlassen die Küste vorbei am Flughafen Leonardo da Vinci und folgen bisweilen einsamen Straßen zum Lago di Bracciano vulkanischen Ursprungs: Hier 'zwingt' uns ein Regenschauer zu einem leckeren Ostermenü in ein Restaurant. Beim Verlassen der Stadt sehen wir das stadtbeherrschende Schloß nur im Vorbeifahren. Weg vom Lago über die Monti Sabatini erreichen wir kurz vor Sutri an der Via Cassia eine Etruskische Grabanlage mit 64 Kammer- und Nischengräber, die im Tuffstein angelegt wurden (3.-1. Jh. v. u. Z.). (Der nahegelegene, ein aus dem gewachsenen Tuffsteinhügel gehauenes röm. Amphitheater beherbergende archeologische Park, war leider geschlossen.) Wir erreichen jetzt den Lago di Vico, machen eine Pause, bevor wir am Monte Fogliano (963 m) vorbei den See vulkanischen Ursprungs verlassen und in der Abfahrt - durch S. Martino al Cimino mit ehem. alter Zisterzienserabtei - Viterbo erreichen: Die mittelalterliche Vergangenheit spiegelt sich in alten Palästen und mit dem Stadtviertel San Pellegrino in dem besterhaltenen und charakteristischsten mittelalterlichen Stadtviertel Italiens wider. Dies weist eine besondere Architektur auf, die sog. 'profferli': Hierbei handelt es sich um außenliegende Treppenaufgänge, die dem Bewohner beim Betreten und Verlassen des Hauses ein herrschaftliches Gefühl gaben.

26.4.11: Viterbo - Abbadia San Salvatore: Einfahrt in die Toskana

Durch leicht hügeliges Gelände erreichen wir Marta am Lago di Bolsena, von wo wir am See hinüber nach Capodimonte fahren: Zwei nette Orte, nur fehlen ca. 20-30°C an Temperatur:-| Am See entscheiden wir uns für eine (ehem.) nicht geteerte Strecke direkt am See entlang ganz ohne Verkehr! Auch diesen See vulkanischen Ursprungs verlassen wir über die Monti Volsini und fahren hinauf Richtung Grotte di Castro mit am Fuße der Ortschaft gelegenen alten etruskischen Grabanlagen, die dem Ort den Namen gaben. Nach einer Bar-Pause hier, dem Passieren der Stadt Aquapendente erreichen wir die hügelige Toskana (in Hintergrund Proceno)! An Sforzesca (hier eine Aufnahme von 2006) vorbei fahren wir den langen Weg hinauf nach Piancastagnaio (772 m) und nach einer Pause mit den lokalen Spezialitäten weiter zum heutigen Zielort Abbadia San Salvatore auf 825 m Höhe: Diesmal fahren wir auf der anderen Seite des Monte Amiata vorbei als in 2006. Am Abend machen wir uns durch die engen Gassen der mittelalterlichen Altstadt auf zum ehem. reichsten Kloster San Salvatore di Monte Amiata der Toskana (hier die schlichte Fassade der Abteikirch, 11. Jh.) von 743. Besonders sehenswert ist die Krypta (8. Jh.) mit ihren wunderbaren Säulen. Im Innenraum beeindruckt mich der hölzerne Windfang am Eingang und die grob behauenen Steine im Innenraum. Wir besuchen die Enoteca Sala Carli mit seiner langjährigen Tradition und reichhaltigen Ausschmückung zu einer Weinprobe vor dem reichhaltigen Abendessen nach 1333 Hm, unserer schwersten Etappe.

27.4.11: Abbadia San Salvatore - Siena: Im Herzen der Toskana

Der Regen hört nach dem Frühstück in der 'Bar Sport' auf; allerdings steigen wir an den Hängen des Monte Amiata noch auf über 1000 m an - ein regelrechtes 'corsa verso le nuvole'! - so daß wir bei kühlen 8° in den Wolken fahren. Entschädigen tut dann aber die Abfahrt über 1000 Hm vorbei an Weinhängen hinunter zur Stazion Monte Amiata im Flußtal des Orcia. Das Wetter bessert sich zusehends und wir erreichen die Abtei Sant'Antimo. Die Kirche ist wohl ne ganz fertig geworden, wie man an Portal und Fassade erkennen kann (Geldmangel, wirtschaftliche Kraft des Klosters überstiegen). Die vielen küstlerischen Elemente sind aber noch gut zu sehen. Besonders eindrucksvoll: Apsis und Kampanile. (Genannt werden unterschiedliche Hausherren: Zisterzienser, Benediktiner und Augustiner.) Durch Weinberge geht es für uns weiter zur Weinstadt Montalcino, wo wir eine Brunello-Weinprobe einlegen vor dem Mittagessen und dem anschließenden antiken Cafe-Besuch. An burgartigen Landsitzen geht es durch die grüne Landschaft der Crete und über die strade bianche, Schotterstraßen der Färbung nach weiße Straßen genannt, nach Siena: Hier quartieren wir uns direkt hinter dem Piazza del Campo mit dem Rathaus ein. Auf dem Stadtrundgang kommen wir am Baptisterium und dem Nebeneingng (des neuen geplanten Nordseitenschiffs) des Doms (1263) vorbei zur gotischen Fassade (1370) mit Kampanile (1313). Eigentlich war eine Erweiterung des Doms geplant, welcher in Teilen fertiggestellt wurde (rechts das Nordseitenschiff mit dem o.g. Nebeneingang) und an Geldmangel (und/oder anderen gründen) scheiterte! Wir sehen uns noch den ältesten Brunnen der Stadt an (1080), welcher 1246 seine jetzige sienesische Gestalt bekam. Abends essen wir noch gut hinter dem Rathaus.

28.4.11: Siena - Florenz: Das Ende naht

Wir starten bei bestem Wetter, schauen uns noch einen der ältesten Paläste der Stadt an, bevor es durch das Anbaugebiet des Chianti Classico die SS 222 mit Weinproben in Castellina und Greve entlang und durch schöne Natur geht zum Ziel unserer Reise: Florenz! Hier sehen wir uns auf einer Rundfahrt noch die Kirche Santa Croce, den Dom (Hauptportal) und den Bahnhof von 1932-34 mit seiner eindrucksvollen Eingangshalle an. Hier können wir die Räder aufbewahren und gehen zu Fuß weiter zur Ponte Vecchio und hinüber zum raumgriefenden Palazzo Pitti. Den Abend verbringen wir am schönsten Platz Florenz: Dem Platz an der gleichnamigen Kirche Santo Spirito! Abends zurück am Bahnhof gibt es einen letzten italienischen Abschiedsgruß!

Fazit:

Lückenschluß geschafft, 7 sehr entspannte Tage mit kulinarischen Genüssen!

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