Dreiländertour

Österreich - Tschechien - Deutschland

Abradeln 2006

Das Dreiländereck D-A-CZ: Passau - Linz - Budweis

Traditionell radel ich mit Jan über Allerheiligen (1.11.) ab; 2005 München - Großglockner Hochalpenstraße - Venedig, 2004 München - Inntal - Graubünden. Dieses Jahr nutzen wir meine Nähe zu Österreich und Tschechien.

Sonntag, 29.10.06: D-A (105 km, Ø 24,2 km/h, 989 Hm, 13-11ºC)

Am Vortag reist Jan samt Rennrad mit dem Zug nach Passau an; kleiner Kneipenbummel durch Passau. Heute frühstücken wir lange, bevor wir aufbrechen: Es nieselt mehr oder weniger stark. Das Wetter soll aber Montag und Dienstag viel besser werden. So entscheiden wir uns bei einer Aufhellung und Regenpause für Aufbruch.

Zum Ende der Saison fahren wir zuerst zum Aufwärmen die Donau nach Linz (80 km): Das geht mit viel Rückenwind im Tal bei z.T. über 40 km/h ganz gut:-) Es ergeben sich auch tolle Lichtstimmungen, bleibt aber trocken. Bei Ottensheim setzen wir dann mit/auf einer Drahtseilbrücke über die Donau über: Die ist Baujahr 1964 und wie auch die beiden kautzigen Fährmänner schon etwas betagt. Der Raum für Passagiere wird mit einem Kanonenofen vom Schalterraum aus geheizt; das Ofenrohr führt durch die Kommandobrücke und heizt die so mit. Bei guter Strömung kommt die Brücke ganz ohne Motorantrieb aus, doch bei so wenig Strömung muß Motorkraft das Anlegemanöver unterstützen. Ein kleines Erlebnis ...

Am von den beiden empfohlenen Zisterzienserstift Wilhering fahren wir vorbei und heben es uns für einen spätere Besuch auf (monumentaler Klosterbau von 1733, bedeutender Rokokobau!). Auch Linz lassen wir links bzw. rechts liegen und verlassen umgehend das Donautal in Richtung Tschechischer Grenze. In der dünn besiedelten Gegend finden wir in Gramastetten schon keine Unterkunft und erreichen bei einbrechender Dunkelheit Zwettl an der Rodl, wo wir mit viel Glück noch ein Zimmer in der einzigen Herberge bekommen (beinahe hätten sie schon zugesperrt!). Hier essen wir auch und werden - weil die Herrschaften in die Kirche wollen - auf unsere Zimmer geschickt:-(

Montag, 30.10.06: A-CZ (110 km, Ø 22,8 km/h, 891 Hm, 6-10ºC)

Heute geht es nach einem kleinen Frühstück unter Umgehung der Hauptstraßen zum Grenzübergang Guglwald: Obwohl der Grenzübergang recht klein ist, fragt der tschechische Grenzer korrekt nach der Identifikation. Nach einer kurzen Unterhaltung zieht er die Augenbraue hoch, als er von unserem Tagesziel Budweis erfährt: Das wären ja über 100 km; ja gut, wir haben ja auch noch bis zum Abend Zeit:-) Er beschreibt uns noch ein bißchen den Weg bis Vyssi Brod ...

Den Moldaustausee erreichen wir bald, an dem es dann bei bedeckten aber trockenem Wetter entlang geht, bevor wir der Moldau folgen: Ein nettes Tal, besonders mit dem herbstlichen Laub! In Rozmberk beeindruck uns die langgestreckte Burganlage hoch über der Moldau. Wir kehren bei mittlerweilen herrlichem Sonnenschein zum Mittagessen ein und gönnen uns das erste tschechische Bier. Dann fahren wir das nette Moldautal hinab und erreichen die überraschend schöne Stadt Cesky Krumlov! Eigentlich wollte ich nur ein Tschechisch-Deutsch Wörterbuch kaufen, doch die Stadt ist so schön (UNECSO Welterbe!) daß wir ganz langsam durchgefahren sind.

Für die Stadt und die Sehenswürdigkeiten der Umgebung empfehle ich ausdrücklich die sehr informative und gut strukturierte Web-Site www.ckrumlov.info [30.9.2009] was Historie, Architektur, Geschichte usw. angeht!

Vorbei an dem alten Zisterzienser-Kloster Zlata Koruna fahren wir unserem Tagesziel Ceske Budejovice (Budweis) entgegen. Hier suchen wir nicht lange und quartieren uns in der historischen Altstadt nahe des großen Platzes im 4*-Hotel Maly Pivovar (Kleine Brauerei) ein, welches in einem Haus aus dem 16. Jahrhundert untergebracht ist und zur Budvar-Brauerei gehört. (Früher wurde hier auch Bier gebraut;-)

Abends machen wir uns dann auf Altstadtrundgang: Über den imposanten fast quadratischen Platz, durch die angrenzenden Gassen, kehren in ein paar Kneipen ein und probieren die Biere Budvar, Pilsener Urquell und Kozel. Nachts wird's dann schon etwas sehr frisch, was man Jan auf dem Rückweg zum Hotel auch ansieht:-)

Dienstag, 31.10.06: CZ-D (136 km, Ø 22,3 km/h, 1830 Hm, 10-15ºC)

Heute wollen wir zurück nach Passau kommen (und nicht wie ich das letzte Mal 40 km vor Passau von der Dunkelheit überrascht werden:-) So stärken wir uns - nach einem Blick auf den großen Platz bei Sonnenaufgang - beim Frühstück. Danach fahren wir noch kurz bei der Budweiser Brauerei schauen, ist aber nicht so spannend. Wir folgen der Straße nach Westen, sind sehr schnell schon wieder aus der Stadt, fahren dem Böhmerwald entgegen, passieren öfters mal nette Teichlandschaften, bißchen Herbstlaub hängt noch an den Bäumen, die Straßen sind fast autoleer, die kleinen Orte meist menschenleer und erreichen dann den Böhmerwald: Hier ist's regelrecht hügelig und wir haben auch mal längere 12%-Rampen dabei. Die Gegend ist mir schon fast etwas zu ländlich, zumal die kleinen Ortschaften extrem ausgestorben sind (nur Lhenice bleibt mir irgendwie positiv im Gedächtnis: Der Ort hat so einen liebeswerten, verschlafenen sozialistischen Touch). In Zbytiny entscheiden wir uns gegen die - nicht geteerte - Radroute nach Volary und dort für eine Rast in Stozec, in der Pension Pstruh (Forelle): Hier stärken wir uns, fahren entlang der Grenze an Moor-ähnlicher Vegetation zum Grenzübergang Haidmühle, der nur für Fußgänger, Fahrradfahrer und Mopeds bis 50 ccm geöffnet ist.

In Deutschland haben wir jetzt noch 50 km bis Passau; und es ist nicht die flachste Strecke! Nochmal geht es bis auf über 1000 Meter hinauf. Am Dreisesselberg (1332 m) - Jan hatte auch keine Lust mehr hochzufahren - und Waldkirchen vorbei und durch Hauzenberg fahren wir auf der schmalen und vielbefahrenen Hauptstraße hinunter in's Donautal; wir sputen uns, zumal es schon anfängt zu dämmern. Ja, die Tage sind nicht einfach nicht mehr daß, was sie mal waren ...

In Passau angekommen machen wir uns zum Abschluß der Tour auf in ein Wirtshaus und beenden so die Abradeltour 2006:

Fazit:

Insgesamt haben wir in 3 Tagen rund 350 km mit 3700 Hm zurückgelegt. Besonders eindrucksvoll waren die Stadt Cesky Krumlov und das Moldautal! Auch in Erinnerung blieb die Drahtseilbrücke in Ottensheim, die Klosteranlage von Vyssi Brod, die Altstadt von Budweis, der kleine Ort Lhenice am Böhmerwald und natürlich die endlosen Hügel im Böhmerwald!

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