Alternativtraining: Jetzt nicht als Vorbereitung, sondern im Nachgang zu den Deutschen Meisterschaften lege ich gut 1.000 km auf dem Rennrad zurück. Von Mailand nach Marseille, durch das Piemont in die Provence! Dabei wechseln sich Strecken (für die Ausdauer) und Berge (für die Kraft) ab. Bei super Wetter und anfangs tagelangem Rückenwind eine wahre Freude:-)
Alternativtraining: Jetzt nach den Meisterschaften zahlt sich der ECE 151 [29.3.26] Frankfurt-Mailand wieder mal aus. Während der Frühling in Frankfurt langsam loslegt, ist er am Mittelmeer - z.B. in Menton - in vollem Gange! Bellinzona lasse ich wegen Wolken- und Regenw'keit aus; fahren will ich mit dem Rennrad von Mailand Richtung Marseille. Es soll durch die Poebene und über den Apennin an der ligurischen Küste bis in die Provence gehen. Mal sehen, wie weit ich komme ...
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| Monte Beigua, Apennin, Italien |
| Luminy, Marseille, Frankreich |
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An 9,33 Tagen fahre ich 1.035 km (Ø 111 km/Tag); die An- und Abreise erfogt mit dem ECE (Frankfurt-Mailand) nach Mailand und von Marseille (über Genua). Viel Sonne und Rückenwind begleiten mich durch das Piemont in die Provence.
In der Übersicht (Mailand - Marseille) und im Detail Italien (Mailand - Barolo - Sassello - ligurische Küste - Ventimiglia - Olivetta-San-Michele; 3,3 MB) sowie Frankreich (Sospel - Col de Turini - Roquebilliere - Vence - Grasse - St. Raphael - Marseille - Aix-en-Provence - Salon-de-Provence - Marseille; 13 MB).
Montag, 30.3. Der ECE 151 bringt mich aus dem verregneten Frankfurt Richtung Süden, in der Schweiz vorbei an 5-10 cm Neuschnee und dem Vierwaldstättersee nach ...
... Mailand (in Bellinzona herrschen tatsächliche hohe Wolkenfelder vor); und zwar pktlst.! 10 min später sitze ich bei nachmittäglicher Sonne auf dem Rad und fahre durch Mailand am Dom vorbei nach Porta Ticinese, wo ich in den den Naviglio Grande begleitenden Radweg einsteige. Sehr entspannt, mit viel Rückenwind ohne Autoverkehr, verlasse ich Mailand, welchsel in Gaggiano die Kanalseite und fahre auf Abbiategrasso: Wegen der Rushhour folge ich kurzzeitig dem Naviglio di Bereguardo und gelange über Ozzero etwas später auf die SS 494: Auf dem Mittelstreifen mit Rückenwindhöchstgeschwindigkeit passiere ich hier auf dem verbleibenden Abschnitt der SS 494 die Autokolonnen und erreiche die Piazza Ducale in Vigevano: Meiner Meinung nach der schönste Platz Italiens - und ich habe einige Plätze in Italien gesehen! - oder sogar des gesamten uns bekannten Universums (s.u.)! Hier auf einer historischen Postkarte verewigt. Davon kaufe ich gleich mehrere, denn Haben ist besser als Brauchen:-) Ich beziehe mein Zimmer im Hotel Ducale und irre auf der Suche nach einem Restaurant am Montag herum (die Pizzeria Maco hat genau so geschlossen wie das Ristorante Primavera), ohne mich an den Tip aus dem Hotel zu erinnern:-| Auf dem Heimweg entschädigt der dramatische Blick auf die Piazza Ducale (Tipp: Ristorante Rinascimento bzw. Fratelli di Pizza Bramante - Ristorante e Pizzeria Napoletana auf der Piazza Ducale) [15.4.26]. 42 km Ø 23,2 km/h (1:48) 98 Hm ~22°C Ü/Fr 63 EUR
Dienstag, 31.3. Kalkuliert habe ich für die heutige Etappe 140+ km; das soll wohl zu schaffen sein. Kurz nach Vigevano - bei bestem Wetter und starkem Rückenwind! - entfaltet sich in der Poebene rechterhand das Alpenpanorama. Vor Mortara erregt dieser Baukörper meine Aufmerksamkeit: Es handelt sich dabei um den Ciminetro Monumentale di Mortara von 1884-1894: Eindrucksvoll! Nach der läßlichen Durchfahrt Mortaras kommen mir in Candia Lomellina zwei Radfahrer auf Gravelbikes entgegen, ich grüße freundlich: Minimales bike-packing, lange Hose und Windjacken, er vorne, sie mit etwas Abstand dahinter, schwer gezeichnet:-| Klar, sie fahren gegen den Wind ..., eher Sturm, der mir im Rücken schmeichelt, bei 30~40 km/h. Da wird mir bewußt, wie viel Glück ich mit der Wind- bzw. mit meiner Reiserichtung habe! BTW, zweimal wird mir das Rad heute vom Wind umgestoßen. Kurze Zeit später überquere ich den Fiume Sesia mit Blick auf den Alpenhauptkamm. Ersten Halt zu einem kleinen zweiten Frühstück lege ich nach 45 km in Casale Monferrato am Po ein. Jetzt entscheide ich mich gegen die Route am Po entlang Potestura/Gabiano oder über Montcalvo nach Asti, sondern nehme die hügelige Route durch das Anbaugebiet des Ruche nordöstlich von Asti: Ich passiere das Castello Montmagno Monferrato und fahre in Castagnole Monferrato zuerst an der La Bottiglieria del Ruche vorbei; doch die Uhrzeit läßt eine Pause zu, bis Asti und Barolo ist es nicht mehr weit: So kehre ich auf ein Glas Ruche der Az. Agricola TOMMASO BOSCO [16.4.26] ein. Der Ruche, lese ich [16.4.26], wurde zum Erhalt der seltenen Rebsorte Ruche geschaffen: Kräftige, leckere Nase aber harmonisch mit mittlerem (also nicht zu kräftigem) Körper, aber alles in allem schon komplex. BTW, gerade die kleinen Orte abseits der Hauptstraßen bieten oft Bars mit ganz eigenem Charakter! Und die Enoteca bietet schon einen Blick in Richtung meiner Reise ... Asti durchquere ich schnell; südlich folge ich wieder nicht dem Tal des Tanaro, sondern wähle die hügelige Strecke: Nach Costigliole d'Asti habe ich einen tollen Blick in die hügelige Landschaft bis zum Alpenhauptkamm (hinten rechts: Sant'Anna). Nach Neive nehme ich noch den Schlenker über Barbaresco hoch über dem Tal des Tanaro mit, soviel Zeit muß sein: Doch die Bar La Barrique hat geschlossen. Egal, an der Lage Rabaja (mit Blick auf den Bahnhof) vorbei bleibt so mehr Zeit für die Einkehr in der Ba La Terrazza bei Fabrizio; sehr nett, ihn mal wiedergesehen zu haben. Und kurze Zeit später fahre ich schon in Barolo ein, reserviere einen Platz bei Maurilio, belege mein Zimmer im Hotel und finde mich im Restaurant ein: Noch etwas hektisch von der langen Etappe und dem Auswählen der Antipasti bringt mich der Kellern auf den Boden zurück; er gibt mir zu verstehen, daß ich den Primo und Secondo auch ganz gelassen erst nach den Antipasti auswählen könne:-) So folgen 2 h - wie ich später zu Maurilio sage - Quality Time! 153 km Ø 23,1 km/h (6:36) 1.676 Hm 9/13-20/22 (25)°C Ü/Fr 96,50 EUR ∑ 195 km
Mittwoch, 1.4. Tolles Frühstück im Hotel: Die Eispeise wird frisch zubereitet mit Käse oder Bacon oder beidem! So gestärkt geht es zwar mit Sonne los, doch es bleibt den ganzen Tag frisch. Nur gut, daß ich wieder eine hügelige Etappe fahren will: Da wird mir schon warm werden:-) Zuerst fahre ich Richtung Alba nach Gallo d'Alba zurück und meine Lieblingsauffahrt hinauf (mein persönliches Corsa verso le nuvole:-) Anschließend rechterhand immer ein toller Blick über die Langhe auf den Alpenhauptkamm! Doch - vorausgesagt - das Wetter spielt heute nicht so richtig mit: Selbst die Armlinge behalte ich unter dem Langarmwintertrikot immer an! Durch das Anbaugebiet der Haselnuß (nocciola) erreiche ich Cortemilia: Hier mache ich Pause, entscheide mich aber - schweren Herzens? - gegen eine regelrechte Mittagseinkehr:-| (Die will ich in Spigno Monferrato einlegen, später mehr dazu ...) Wieder mit Wolken passiere ich die ZONA TIPICA FORMAGGIO D.O.P. ROCCAVERANO. Aber die Sonne kommt gelegentlich durch. Besonders schön wird es dann in der Abfahrt auf Spigno durch die Rocchetta! Tja, Spigno Monferrato ist wie ausgestorben, eine ärmlich aussehende Bar liegt im kalten Schatten:-| Ich fahre weiter, quer zu allen Flußtälern, auf verlassenen Straßen! ... auf Pareto mit eindrucksvoll gelegener Chiesa; etwas weiter auch eine Bar (Locanda del popolo) ..., leider zu (genau wie die - aufgelassen scheinende - Bar Gio), macht erst in einer halben Stunde um 15:30 Uhr auf:-| Ich fahre weiter und erst vorbei, drehe um, in Mioglia, an der Bar Gelateria Ambaraba [18.4.26]: Bekomme ein Panino und dazu - naja, lokalen? - Wein (Langhe Nebbiolo) aus Monta (vom Weingut Generaj = General) [18.4.26]. Egal, draußen weht ein Wind und es ist einfach frisch, selbst in der gelegentlich scheinenden Sonne:-| Sehr nett über Miogliola erreiche ich das Tal des Erro und das Tal des Gallareto hinauf nach Sassello: Hier komme ich - wie immer! - recht nett im Hotel Pian del Sole [18.4.26] unter. Die letzten Sonnenstrahlen genieße ich in der Bar Levey, essen tue ich in der Trattoria L'Osteria wieder sehr gut! Auf dem Weg zum Hotel werfe ich noch einen Blick in die Chiesa, aus der regelrechter Lärm schallt: Für Pasqua wird die Bühne bereitet. 94 km Ø 17,6 km/h (5:21) 1.943 Hm 4-12/15 (19)°C Ü/Fr 45 EUR ∑ 289 km
Donnerstag, 2.4. An die Küste könnte ich heute direkt herunterfahren, ohne große Umwege; doch mich reizt - wie im letzten Herbst - der Parco del Beigua (Beigua UNESCO Global Geopark) [20.4.26] mit dem Monte / Rifugio Monte Beigua (Herbst 2025 geschlossen)! Bei frischen Temperaturen mache ich mich - gottlob! - bergauf auf den Weg, in Palo vorbei an Anfang April noch verwaistem/r Landsitz/Unterkunft und aufgelassenen scheinender Albergo * Delfino. Etwas später in La Carta wird mir das folgende Programm klar:-) Zwar stetig ansteigend, aber mit tollem Blick in die Landschaft des Apennin und zurück auf einsamer Straße. Im - Herbst 2025 auch geschlosenen - Rifugio Pratorotondo [20.4.26] nehme ich in Ermangelung an Kuchen nur eine Cappucino und fahre dann durch eine eigenartige Baumlandschaft und erreiche etwas später den Monte Beigua (1.287 m) mit Aussicht auf das Meer und die schneebedeckten Seealpen! Dieses Mal aber: APERTO (mit Schneeresten) Drinnen nehme ich einen Rosso mit Panino Formaggio di Malga und Platz mit Aussicht auf die ligurische Küste! Der Straße folge ich mit Aussicht in eine tolle Szenerie; ein Anblick, von dem ich im Herbst 2025 nur träumen konnte: Unbezahlbar! Die Abfahrt vergeht wie im Flug: In Varazze am Meer an der Marina werfe ich einen Blick zurück, hinauf zu den Antennen und dem Rifugio (im Bildzentrum)! Jetzt folge ich der Küstenstraße - mit Pause in Noli (sehr nett) - (hier am Capo Noli) nach Finale Ligure und komme im Hotel Colibri [20.4.26] unter. Im Herbst 2025 stand ich zwar vor dem Duomo, der Basilica di San Giovanni a Finalmarina [20.4.26]; diesmal bin ich früh genug und werfe eine Blick in den Innenraum. Abends schlendere ich durch die Gassen der pittoresken Altstadt. 82 km Ø 19,5 km/h (4:11) 1.331 Hm 5/7~10/15-20/25°C Ü/Fr 65 EUR ∑ 371 km
Freitag, 3.4. Hier an der Küste (auf Albenga) erhole ich mich von den hügeligen und bergigen Etappen zuvor. Dabei kontrastieren schneebedeckte Berggipfel in der Ferne mit Blumenpracht am Straßenrand. Nach dem Passieren des Porto Luca Ferrari in Alassio mit Rückblick die Küste entlang kehre ich zu einer Pause auf Cappuccino und Brioche ein: Dabei fallen mir auch zwei eher vollschlanke Radtouristen mit bepackten Rädern auf ... Ich verlasse Alassio und nehme den Capo Mele in Angriff: Dabei überhole ich die Radtouristen und feuere sie an mit "Senza moto: Complimenti!" Ich wechsel von der Straße auf dem Bahntrassenradweg, nach Diano Manrina und vor dem Capo Berta allerdings stehe ich vor einer unüberwindbaren Baustelle:-| ... wie auch 2025 im Herbst von der anderen Seite: Hier hört der (innerstädtische) Radweg schon wieder auf. Egal, der Capo Berta ist einer der klassischen Capi des Radrennens Milano-Sanremo. Ich rolle rein nach Imperia (Stadtteil Oneglia) und entscheide mich wieder mal für eine Pause: No bici corsa, bici vacanza! Abseits von der Touristenmeile am Hafen (Kai) Calata Giovanni Battista Cuneo probiere ich die beiden ligurischen Trauben Pigato und Vermentino in der Bar Caffetteria Bistrot San Giovanni am Piazza San Giovanni. Vor der Abfahrt werfe ich noch einen Blick in die Chiesa Collegiata di San Giovanni Battista. Ich folge dem jetzt sehr gut ausgebauten Bahntrassenradweg direkt am Meer und kehre etwas später nach Arma di Taggia in der Bar La Vesca auf Rosso und Panino ein, bevor ich auf Sanremo weiterfahre. Hier bleibe ich aber auf dem Radweg und erreiche schnell mein Hotel in Ventimiglia! Den Abend verbummel ich in der Stadt, zuerst in einer Bar am Strand; nach dem Abendessen im Restaurant Da Mimmo, der Empfehlung des Hotels, gibt es einen klasse Sonnenuntergang am Meer. Das Ziel Col de Turini für morgen verwerfe ich bei der Planung schnell: Eine Abfahrt bei 0°C will ich mir ersparen. 92 km Ø 23,5 km/h (3:55) 576 Hm 20-25 (~30)°C Ü/Fr 75 EUR ∑ 463 km
Samstag, 4.4. Bei bestem Wetter starte ich ich Richtung Tende: Heute will ich 4 Pässe unter die Rennräder nehmen! Die Strecke bis zum Zielort ist kurz, ich habe also Zeit;-) Im Tal der Roia auf der Nebenstrecke ist's pittoreskt, doch mein Rad hebe ich über eine Betonbrüstung auf die neue, vielfach in Tunneln verlaufende Straße - die wie auch die alte Straße für Fahrräder gesperrt ist! - da die alte Straße streckenweise fehlt. Zwei andere Fahrradfahrer kehren dort um:-| Nach Airole verlasse ich in San Michele die Straße und über Olivetta ...
... erreiche ich den Col de Vescavo (Rückblick auf die Auffahrt) in einer traumhaft schönen Landschaft! Nachfolgend, die Abfahrt nach Sospel mit Einkehr in der Boulangerie Patisserie Alexis Demaria. Meine nächste Auffahrt am Bunker 4 der Fortifications Alpines Fort Saint Roch vorbei führt mich zum Col de St. Jean. Nach einer kurzen Zwischenabfahrt nehme ich die Kehren hinauf zum Col de Braus (1.002 m), meinem ersten richtigen Paß (Rückblick auf meine Einkehr Buvette Col de Braus "Chez Toine"), in Angriff. Weiter über Col de l'Able (1.149m), Col de l'Orme (1.005 m) und Pas de L'Escous (1.008 m) erreiche ich mit schönem Blick in die Berge die Auffahrt zur D 2566! Die Steigung wird dann moderat, schnell erreiche ich Peira Cava: Hier kehre ich - mit phantastischem Ausblick - ein im Le Refuge Peira Cava [21.4.26] ... Zeit habe ich ja, und Muße auch:-) Jetzt ist es nicht mehr weit und an den letzten Schneefeldern vorbei erreiche ich den Col de Turini: Hier auch wieder Pause, diesmal im Hotel Les Trois Vallees. Ich ziehe mich warm an und mache mich an die Abfahrt: Kein Verkehr, dafür Blick in die Berge! Auf La Bollene Vesubie schlängelt sich die Straße hinunter. Und schnell erreiche ich Roquebilliere. Das Hotel L'Ostan [21.4.26] ist mir zwar etwas zu digital ausgerichtet - der Blick vom Balkon entschädigt, aber sicher besser als das hier beschriebene zuvor hier residierende Hotel Bar des Sports (2017) [21.4.26]:-) Den Abend verbringe ich im Restaurant Le R.D.V. Vesubien [21.4.26], nur unterbrochen vom Postkartenkauf (um 18:57 Uhr im Tabac Bibiche [25.4.26] der um 19:00 Uhr schließt:-) Die avisierte Weiterfahrt durch die Gorges im Hinterland streiche ich wegen fehlender (Anfang April?) oder zu teurer (Feiertage?) Unterkünfte; dafür will ich die Orte Vence und Grasse mitnehmen: Erst hinter Cannes will ich wieder an die Küste kommen ... 84 km Ø 16,2 km/h (5:13) 2.187 Hm 13/14/15~20/25 (40)~15/14/13-20/25°C Ü 80 EUR ∑ 547 km
Sonntag, 5.4. Der Blick vom Balkon: Phantastisch! Das Frühstück im Hotel soll 18 EUR kosten; ich frühstücke nebenan im Les Plaisirs des petits Aiglons Allonge, Croissant und Pain au Chocolat. Dann geht es durch die Gorges de la Vesubie - hier der Rückblick, auf einem Radweg am Fluß Var bis Carros, um über Vence, wo ich wegen Tourismus vorbeifahre, Tourrettes sur Loup zu erreichen: Hier kehre ich aber auch wegen befürchtetem Touristerummel in der historischen Altstadt am Feiertag abseits ein im Le Cafe des Sports [25.4.26] zu einem Croque-monsieur au Saumon und Rose. Recht nett immer mal wieder mit Blick auf's Meer komme ich nach Grasse, durchquere es aber nur über den Place aux Aires und fahre weiter an die Küste - Rückblick auf Cannes am Eingang zum Massif de l'Esterel. Die Küstenlandschaft ist einmalig schön: Ich mache Halt auf freier Strecke bei Snack la Cabane chez Monique an der Küstenstraße. Etwas später habe ich dann den Blick zurück auf den Viaduc d'Antheor (den ich auf der Rückreise passieren werde) und den typischen roten Fels des Massif de l'Esterel. Und nach ein paar Kilometern erreiche ich meine Zielort Saint-Raphael: Hier liegen die Badebuchten mit Wellengang an der Route de la Corniche exterm pittoresk! In der Stadt hatte ich mir vorab schon das Hotel de Flore ausgesucht: Etwas ab von der Küste, dafür nahe am historischen Zentrum. Den Abend starte ich in einer Bar an der Promenade, bevor ich mich beim Sonnenuntergang auf Restaurantsuche begebe: Zwischen Hotel und Bahnhof hatte ich eine Art 'Hinterhofpizzeria' ausgemacht, die sehr einladend aussah. Sie wird von waschechten Italienern betrieben und mein Urteil ist: "Besser als in Italien!" Zuletzt plane ich die Weiterfahrt an der Küste über St. Tropez, Hyeres-Plage, Bandol und Cassis. Wie weit ich komme ist eingedenk der Abstecher an die Küste ungewiß; denn die Strecke bis Marseille scheint zu lang. Da route ich mal ganz ohne Schleifen z.B. um die Salines des Pesquiers [26.4.26] und siehe da: Marseille rückt in erreichbare Nähe! 129 km Ø 24,2 km/h (5:20) 1.170 Hm 8-20/23 (30)°C Ü/Fr 52 EUR ∑ 676 km
Montag, 6.4. Wie immer gegen 9:00 Uhr breche ich auf, überquere den Port Frejus und blicke schon kurze Zeit später zurück auf Küste und St. Raphael. Nach St. Tropez erinnere ich mich an ein Stück Bahntrassenradweg: Ich verlasse die D 559 - der ich im Prinzip bis Marseille folgen werde - und genieße mit anderen Fahrradfahren die Ruhe in natürlicher Umgebung. Wieder am Meer fahre ich auf Rayol und kehre etwas später in Le Lavandou zum Mittagessen ein in der La Petite Cantine: Eine 180 km-Etappe will ich nicht in der Fettverbrennung fahren:-) So gestärkt fährt es sich fast wie von selbst, nur in Sanary-sur-Mer stoppe ich bei einem Paul (Boulongerie-Kette) für 2 x Allonge und Croissant und Pain au Chocolat. Auf der Hauptstraße D 559 über Bandol und Cassis fahre ich auf den Col de la Gineste (327 m), anschließend vorbei an Luminy (Universität, links) auf Marseille, komme hier im Hotel Toyoko Inn [26.4.26] unter zu günstigen Preisen auf deren Seite:-) Jetzt mache ich mich - es war ein langer Tag auf dem Rad - schnell auf zum Vieux Port mit Blick hinüber zur Notre-Dame de la Garde; es gibt Moule frites für mich. Am beleuchteten Hafen schlendere ich zurück zum Hotel: Es ist spät geworden. Planen tue ich jetzt drei Tage im Hinterland mit Übernachtungen in Salon & Apt: Das Wetter für morgen ist schon mal tadellos; und die Wolken bei der Einfahrt nach Marseille sind auch erklärt. 176 km Ø 23,5 km/h (7:30) 1.720 Hm 13~15-23,4 (43,2)°C Ü/Fr 71 EUR ∑ 852 km
Dienstag, 7.4. Durch die Stadt fahre ich die - nach der Stadtgrenze landschaftlich reizvolle - D 908 in die Berge. Eine erste Pause mache ich in Cadolive mit Allonge, Croissant und Pain au Chocolat: Jetzt soll der Urlaub beginnen:-) Vielleicht sollte ich demnächst mal Gardanne durch Aubagne ersetzen:-| Die nächste Station ist aber gesetzt: Das Cafe Le Grillon in Aix: Hier dann Rose und ein Sandwich CHÈVRE CHAUD, TAPENADE [26.4.26]. Auf Nebenstrecken über Eguilles vorbei an Weinanbau kreuze ich die L.G.V. Mediterranee, auf der gerade der OGV 7825 in Doppeltraktion durchrauscht (geschätzt 700 km nonstop mit Ø 190 km/h). In Pelissanne rolle ich nur durch: La Tour de l'Horloge und Schatten auf historischer Fassade. Sehr pittoresk, doch ich will weiter nach Salon-de-Provence. Vorbei an dieser Fassade erreiche ich das Hotel d'Angleterre [26.4.26] und mache mich gleich an den Stadtrundgang: Das Portal der EgliseSaint-Michel stellt im Zentrum einen "'primitiv' skulpturierten Erzengel Michael" dar, umrahmt von gebogenen Diamantstäben und floralen Schmuckornamenten; im Innern schlicht, aber harmonisch gestaltet. Etwas weiter auf einem Felsen thronend das Chateau de l'Emperi. Ermattet von der Besichtigung läute ich am La Tour de l'Horloge / Fontaine Moussue den Abend ein; nebenbei werfe ich einen Blick in's Meteo: Bis Freitag sollte ich aber das Weite suchen! Essen tue ich Gardiane de taureau [26.4.26]; anschließend suche ich den "historischen" Ort My Beeres auf [26.4.26]: Hier habe ich 2021 einen denkwürdigen Abend verbracht:-) 86 km Ø 21,1 km/h (4:04) 945 Hm 20~25 (35)°C Ü/Fr 70 EUR ∑ 938 km
Mittwoch, 8.4. Nach ergebnisloser Planung gestern Abend entscheide ich mich, statt eines weiteren Tages im Rennradsattel (Roussillon und Apt streiche ich also) einen Ruhetag in Marseille einzulegen: Nach 10 Tage "ist die Luft raus"; ich hätte zwischendurch, vielleicht nach 5 Tagen in der Grenzregion Sanremo, Ventimiglia, Menton einen Tag Pause einlegen sollen. Jetzt ist es einfach zu spät! So buche ich im Toyoko Inn zur schon bestehenden Schlußübernachtung noch die Nacht vorher dazu. Und bei der Rückfahrt nach Marseille entscheide ich mich gegen den Aqueduc de Roquefavour und für die Umrundung des Etang de Berre mit Martigues und der Chaine de l'Estaque. Naja, Salon zu verlassen, stellt mich schon vor Schwierigkeiten: Irgendwie habe ich den Abzweig verpaßt, fahre zurück, und wieder verpasse ich den Abzweig ..., den es gar nicht mehr gibt; der Bahnübergang wurde aufgegeben:-| Endlich auf dem richtigen Weg überkleinste hügelige Straßen erreiche ich den Etang de Berre, dem ich dann etwas hügelig mit schöner Aussicht bis Martigues zu meiner ersten Pause gegenüber der Altstadt am Hafen folge: Martigues wird auch Venedig der Provence genannt, nachvollziehbar! Im Quartier de Jonquieres werfe ich einen Blick in die Eglise Saint Genies - ein sehr harmonischer Bau - während das Fahrrad im Vorraum wartet. Gut gestärkt erreiche ich in zwei Wellen über die Chaine de l'Estaque den Col de la Gatasse (122 m) und rolle die Straße im Süden nach Sausset-les-Pins, wo ich in der "Strandbar" La Plage einkehre mit Blick auf die Küste. Über Carry-le-Rouet erklimme ich meinen letzten Paß (namen- und höhenlos) vor Le Rove, um an der alten Bahnstrecke durch Hafen- und Industrieareale mein Hotel in Marseille zu erreichen; Zimmerausblick nach Norden. Für den ersten Nachmittag und Abend in der Stadt habe ich mir einen kleinen Rundgang zusammengestellt: Durch den neuen Parc de la Porte d'Aix neben dem Hotel (links) komme ich am Jardin des Vestiges mit den Überresten des antiken Hafens von Marseille vorbei und sehe mir im Musee d'Histoire de Marseille [29.4.26] die Photoausstellung "Marseille through the eyes of the Detaille family" [27.4.26] an, aber die Zeit ist einfach zu kurz:-| Dann steht das Cafe de l'Abbaye auf dem Programm: Meine ganz persönliche Sundowner-Location mit toller Aussicht auf Palais du Pharo, Fort Saint-Nicolas und Fort Saint-Jean (im Hintergrund die Chaine de l'Estaque)! Weiter an der Basilique Saint-Victor - mit der außergewöhnlichen Krypta! [27.4.26] - und dem Hotel Peron am Corniche du President John Fitzgerald Kennedy erreiche ich pünktlich vor 19 Uhr das Restaurant Chez Jeannot [27.4.26] am Vallon des Auffes: Hier freue ich mich auf mein Daube de Boeuf Mijotee 5h. Die Stimmung hier ist unschlagbar am Vallon des Auffes! Auf dem Weg zum Hotel: Ein makelloser Abendhimmel. 90 km Ø 22,4 km/h (4:01) 1.090 Hm 16-26 (44,4)°C Ü/Fr 74 EUR ∑ 1.035 km ∑ 12.736 Hm
Donnerstag, 9.4. Den Tag beginne ich mit dem Kauf einer FAZ am Bahnhof St. Charles und dem Blick über Marseille zur Notre Dame de la Garde. Dann lasse ich mich auf einem langen Weg (Halbmarathon:-) durch die Stadt und darüber hinaus treiben: Noailles, ein Viertel der kleinen Leute aus dem Maghreb, mit dem quirligen Marche des Capucins und seinen Cafes in den Seitengassen mit orientalischem Flair, vorbei am Rafik Hammam (mit Öffnungszeiten streng getrennt nach Frauen und Männern), Pause am Castellane in der Brasserie Paulaner, die Avenue du Prado entlang, mit ausgiebigem Stop im Laden von Kartell Marseille zur Architektur-Ikone von Le Corbusier, der Cite Radieuse! Balkonfassade, Dachgeschoß bei durchziehendem Nebel (wo dies Selbstportrait entsteht), die dunklen Flure. Im Hotel mit Cafe erregt dieses Photo meine Aufmerksamkeit, welches direkt gegenüber hängt. Am Flüßchen Huveaune entlang - wie immer - will ich zum Schloß Borely und es fällt mir - wie immer - dieser Gebäudekomplex in's Auge: Was hat es damit auf sich? Ich verlasse den Weg und umkreise den Bau bis zum Eingangsbereich, den ich betrete. Eine seltsame Architektur aus dem Jahr 1992 von Roland Simounet, der die Ecole Nationale Superieure de Danse Marseille beherbergt und Bewegung, Rhythmus, Harmonie und Formen bedeuten soll. Aha. BTW, für einen Architekturrundgang in Marseille empfehle ich das Heft der Büroreise Marseille - Ken Architekten [29.4.26] (17 MB). Im Jardin Borely zieht wieder Nebel durch, der sich am Chateau Borely wieder lichtet. Das (ehem.?) Cafe Borely (rechts) ... jetzt lese ich: "FERMÉ DÉFINITIVEMENT", seit 27. Oktober 2024! Vor meiner Wanderung nach Callelongue stärke ich mich am Meer und schaue den Spielern eine Weile beim Boule zu. Nach Montredon beginnt unterhalb des Mont Rose meine Wanderung an der Küste (Teil I). Auf dem weiteren Weg nach Les Goudes habe ich Blicke in traumhaft schöne Badebuchten und kehre in der Bar 20.000 Lieues sous la biere ein, einem denkwürdigen Ort:-) [29.4.26] Diesen Ort verlassend (Teil II) überquere ich einen Bergrücken und erreiche das Ende meiner Wanderung: Callelongue! 18:00 Uhr macht die Bar La Grotte [29.4.26] gerade zu, so kann ich nicht mehr einkehren; gottlob, denn 18:10 Uhr geht der Bus über Montredon zurück nach Marseille zum Castellane; auf der 50 minütigen Fahrt sind dank der beiden Busfahrer Tickets aber "optional":-) Ich mache mich dann noch auf zum Cours Julien ("... wo Hipster und Bobos trinken und feiern.") [29.4.26] und steige über die Treppenanlage und die Passarelle Laurence Chanfreau ab Richtung Hafen, wo ich am Cours Honore d'Estienne d'Orves in der Brasserie Le Cours zu Abend esse. Ü/Fr 73 EUR
Freitag, 10.4. Meine Rückreise führt von Marseille St. Charles mit zwei Umstiegen nach Genua Piazza Principe: Erster Umstieg in Nizza problemlos, das Rad findet immer einen Platz, bei leicht trübem Wetter z.T. an der Küste entlang erreiche ich den Umstieg in Ventimiglia am gleichen Bahnsteig; weiter im IC auch wieder mit Stellplatz für's Rad und gößtenteils an der Küste wieder bei trübem Wetter erreiche ich Genua. Das Hotel Bellevue [29.4.26] erreiche ich nur 95 m vom Bahnhof entfernt über ein Treppe, dafür aber mit 75 Stufen und mein Zimmer nach nochmals 75 Stufen, allerdings mit Blick über den Bahnhof. Mein kurzer Standrundgang führt mich spontan in die barocke Basilica SS Annunziata del Vastato mit Gemälden im Gewölbe bis hinein in die Kuppel und einem monumentalen Letzten Abendmahl (Giulio Cesare Procaccini, 1611-1622) an der Eingangswand, dessen aufwendige Restaurierung kürzlich endete! Einkehren tue ich dann gegenüber in der Bar Cafe Nunziata mit einem etwas kauzigem Wirt, aber gutem Wein:-) Nicht weit ist es dann Richtung Tunnel zum repräsentativen Palazzo Balduino und Richtung Hafen zur Bar Delfino und der Abendeinkehr in der Trattoria Pizzeria San Giorgio. Die abschließende Einkehr in der Bar Il Chiosco (links) habe ich mir für den Rückweg zum Hotel vorbei am Bahnhof (rechts) aufgespart. Ü 63 EUR
Samstag, 11.4. Für ein Frühstück im Hotel reicht mir die Zeit nicht (mein Zug nach Mailand kommt um 8:16 Uhr an und ich will den Anschluß dort um 11:10 Uhr nicht auf's Spiel setzen), ich frühstücke im Bahnhofscafe mit Americano und zwei brioche con crema. Beim Blick auf die Abfahrtstafel werde ich etwas nervös: Es gibt keine Informationen über Verspätungen! Doch dies klärt sich beim Gang zum Bahnsteig auf: Die Spalte ritardo ist einfach leer, da es keine Verspätungen gibt! Auch in diesem IC 658 gibt es einen Platz für mein Rad, wir fahren wieder in trübem Wetter durch die Poebene vorbei am Castello di Branduzzo und überqueren den Po. Pünktlich in Mailand angekommen warte ich, bis der Zug bereitgestellt wird, ich meinen Platz einnehmen kann und wir Mailand pünktlich verlassen ... und genauso pünktlich in Frankfurt ankommen:-)
... etwas später nach der Reise. Nur schon soviel: 2001 kostete uns die Radtour nach Norwegen und Schottland pro Tag und Person 155 DM. Heute kostet mich die Radreise 150 EUR pro Tag (295 DM). Das entspricht einer jährlichen Steigerung von 2,6 %; während die Inflation in den letzten 25 Jahren [11.6.26] bei 2,0 % lag. Der höhere Wert heute könnte durch die Reiseart/den Komfort - damals Zelt/Hotel, heute ausschließlich Hotel - mitverursacht sein.