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| Erfurt, Domberg |
| Dresden, Kulturpalast |
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Die Reiseroute nur ganz grob (0,7 MB) und hier im Detail (11 MB) enthält auch einen Abstecher nach Tschechine (in's Pivovar-Land:-). Die geplanten 1.600 km sollen meine Grundlage/Ausdauer stärken im Hinblick auf den anstehenden Halbmarathon im September. Anlaß für die Reise in den Osten und Süden Deutschlands ist allerdings der Tod meines Onkels bei Dresden und der daraus folgende Besuch meiner Cousinen bei Dresden und in München. Nach und nach ergeben sich noch weitere Besuche von und Treffen mit Freunden auf der Route.
Mit wenig Sonne aber viel Rückenwind starte ich meine Rundfahrt. Auf Radwegen am Main bis Hanau, später auf Kreis- und Landstraßen wegen dem schnelleren Vorwärtskommen fahre ich durch's Kinzigtal mit Pausen in Wächtersbach (Kaffee & Kuchen/Brötchen) - auf den Spuren des Brüder-Grimm-Laufs von Hanau nach Steinau 2019 - vorbei an der ICE-Hochgeschwindigkeitstrasse vor Fulda und in Ziegel im urigen Biergarten, in den die Zeit seit den 70ern stehengeblieben scheint:-) Etwas später, durch die Fuldaauen, und nach einem Schlußanstieg erreiche ich das Klostercafe Flora [10.8.26] auf dem Fuldaer Frauenberg: Hier treffe ich Christina, die Wolken reißen auf und gemeinsam fahren wir - mit extra Höhenmetern über Dammersbach! - zum Zielort Hünfeld, der Konrad-Zuse-Stadt. Mittwoch, 22.7.26, 138 km Ø 23,2 km/h (5:57) 1.053 Hm; 18-22°C
Wir starten nach dem Frühstück spät - ich habe aber keine Eile, fahr ja kein Radrennen - und fahren bei frischen Temperaturen auf dem Kegelspielradweg [10.8.26] (ehem. Bahntrasse) nach Geisa, hier Pause gegen Mittag beim Italiener. Für Christina geht es zurück nach Hünfeld; ich selbst mache mich bei sich besserndem Wetter auf in Richtung Ostnordost [10.8.26]: Über unbedeutende Nebenstraßen (hier im Tal der Felda nach Dermbach) oder wenig befahrene Land- und Bundesstraßen suche ich meinen Weg. In Bad Salzungen werfe ich einen Blick in die Stadtkirche: Hier wundere ich mich über die Orgel über dem Altar und werde aufgeklärt; diese Anordnung vereint die drei Bereiche Abendmahl (Altar), Verkündigung (Kanzel) und Lobpreisung (Orgel). Jetzt steht für mich das Mittelgebirge Thüringer Wald [10.8.26] an: Ich überquere es im nördlichen Zipfel, passiere den Rennsteig und kehre im Imbiss zur Wallfahrt am Rennsteig [10.8.26] für Kaffee & Kuchen ein. Die Abfahrt nach Winterstein ist für die Durchfahrt komplett gesperrt (wie über ein dutzendmal auf der Tour); als Radfahrer komme ich aber eigentlich immer irgendwie durch. So freue ich mich über wenige KFZ auf der Strecke:-) In Waltershausen fällt mir dann die Stadtkirche mit ihrem monumentalen barocken Zentralbau auf [10.8.26]; genau wie das Rathaus (von 1441), welches später in meinem Zielort Gotha mit diesem Plattenbau kontrastiert. In Gotha komme ich im Altstadt-Hotel Athos [10.8.26] unter (nach der autonomen orthodoxen Mönchsrepublik (Mount) Athos in Griechenland?) [10.8.26] (leider mit Raucher-Restaurant:-( Obwohl ich recht spät angereist bin (und ich eigentlich sehr gerne griechisch esse) will ich die Stadt erkunden ..., auf den Spuren unserer Radreise 1988 duch die DDR! Auf dem Unteren Hauptmarkt finde ich einen Sonnenplatz vor dem Restaurant Ratskeller (rechts): Rathaus rechts, Ratskeller links; Unterer Hauptmarkt mit Brunnen und Blick in Richtung Hospitalkirche des Maria-Magdalena-Hospitals Es folgt ein kleiner Rundgang: Blick von der Auffahrt zum Schloß Friedenstein über Wasserkunst auf den Oberen Hauptmarkt mit Rathaus (Historische Ansicht der Wasserkunst), Innenhof des Schloß Friedensteins, Kasematten, Orangerie mit Orangen- und Lorbeerhaus (letzteres in Renovierung) und Neumarkt zurück zum Hotel. Donnerstag, 23.7.26, 120 km Ø 21,1 km/h (5:42) 1.530 Hm Σ 258 km; 15-20(~27,5)°C
Da ich im Hotel kein Frühstück habe, fahre ich 25 km - auf Nebenstrecken unter Umgehung der B 7 - und frühstücke in Erfurt vor dem Domberg damals. Da ein Freund zufällig in Leipzig ist, buche ich ein Zimmer im selben Hotel, so daß wir gemeinsam frühstücken können. Das Wetter - wieder Rückenwind! - wird super! Allerdings ist die Strecke größer 150 km ... So lasse ich es rollen, zuerst wieder auf Nebenstrecken an Buchenwald vorbei, später auf Bad Bibra Richtung Tal der Unstrut: Ich näher mich den Weinbergen und lege vor Freyburg eine Pause mit Weinprobe im Weingut Weingalerie im Schweigenberg ein [10.8.26]. Der Etappe heute geschuldet lasse ich Naumburg (mit Dom) (Marktplatz mit Stadtkirche, Marktplatz mit Bürgerhäusern, Bürgerhäuser in der Herrenstraße und heute [12.8.26], unsere Räder wurde inspiziert, später mehr dazu) und Weißenfels links bzw. rechts liegen:-| Weiter zuerst mit viel Landschaft und später nach Merseburg auf der B 181 erreiche ich zügig - mit dichter werdendem Verkehr! - meinen Zielort Leipzig und suche Kurt im Hotel auf: Bevor wir uns später im Biergarten Bayerischer Bahnhof treffen, gehe ich in der Stadt an der Nikolaikirche vorbei (bekannt wegen der Friedlichen Revolution [10.8.26] in der DDR, die in Leipzig ihren Ursprung genommen hatte) und trinke in Auerbachs Keller ein helles Ur-Krostitzer. Freitag, 24.7.26, 155 km Ø 25,7 km/h (6:04) 1.054 Hm, Σ 413 km; 17-25/27(~31)°C
Mit Kurt frühstücke ich ausgiebig und ohne Hektik; dann komme ich auf Nebenstrecken aber nur bis Wurzen: Vor der Überquerung der Mulde vor Wurzen plättelt mein Hinterrad:-| Ich will den Schlauch wechseln, bemerke dabei aber auch einen Reifenschaden! Unschlüssig finde ich auf Openstreetmap einen Radladen - der um 12:00 Uhr schließt! - und entschließe mich um 11:55 Uhr, mit mehrfach Aufpumpen und auf der letzten Rille, ihn zu erreichen. Leider sind die Informationen zum Radladen nicht aktuell, der Laden wurde aufgelöst; entnervt tausche ich den Schlauch und entscheide mich, anschließend nach Bennewitz vor der Mulda zurückzufahren: Dort gibt einen regelrechten Rennradladen, an dem ich nichtsahnend schon vorbeigefahren bin und der bis 14:00 Uhr geöffnet haben soll! Doch dieser Laden schließt aktuell auch schon um 12:00 Uhr. Also wieder zurück über die Mulde nach Wurzen: Alsbald werde ich einen Ersatzreifen kaufen und meine alten, schon mehrfach geflickten Schläuche austauschen, versprochen! Den Reifenschaden hinten werde ich ab jetzt immer im Blick haben ... Unter Umgehung der B 6 auf Nebenstrecken fahre ich weiter, zuerst Richtung Riesa: Dort will ich an der Elbe bis Meißen, später auf Reichenberg fahren. Ohne Verkehr ist die Fahrt recht kontemplativ! Leichter Rückenwind schiebt von hinten, die Temperatur ist genau meins, der Blick reicht bis an den Horizont. Doch in Wermsdorf muß ich ansteigen (wenn ich hier nach links gefahren wäre, wäre ich nach 6 km in Luppa an der Kreuzung herausgekommen, an der wir vor fast auf den Tag genau 38 Jahren am 27.7.88 die B 6 geradeaus nach Wurzen auf Leipzig gefahren sind), passiere rechterhand eine Art Tor oder Hofeinfahrt (Schmiedetor oder Torhaus): Halt, zurück, vielleicht tut sich ja die Gelegenheit für eine Pause auf! Der Kiosk Birgits Shop hat zwar am Samstag - genau heute! - Ruhetag, doch die Schloßanlage überwältigt: Als Jagdschloß und Nebenresidenz ab 1721 errichtet und mit einer sehr wechselvollen Geschichte [11.8.26], imposant! Über Oschatz - mit Tiramisu- & Kaffee-Pause - erreiche ich Riesa und die Elbe, folge dem Fluß z.T. auf dem holprig gepflasterten Treidelpfad (während wir damals 20 km z.B. zw. Leipzig und Naumburg auf Kopfsteinpflaster gefahren sind) vorbei an der Elbklause mit Fähranleger in Niederlommatzsch und fahre auf Meißen: Hier suche ich ergebnislos ein Weingut oder -ausschank (der Vincenz Richter [11.8.26] sei derzeit geschlossen) und fahre - vorbei am aufgelassenen Hotel Hamburger Hof - über Weinböhla ...: Am Ende der Steigung erinnere ich mich dem vorab recherchierten Restaurant Laubenhöhe [11.8.26]; so halte ich inne, soll 18:00 Uhr öffnen, es ist 17:55 Uhr! Komme ich so doch noch zur Probe Meißener Weine? Der Kellner ist überaus zuvorkommend: Mein Rad und meine Radlerkluft stören keineswegs:-) Ich entscheide mich für die Hausgemachte Schweinskopfsülze mit Remuladensoße und Bratkartoffeln, dazu ein Weißer Burgunder vom Weingut Henke aus Sörnewitz [11.8.26] und ein Müller-Thurgau vom Weingut Vincenz Richter aus Meißen [11.8.26]. So gestärkt nehme ich die verbleibenden Kilometer unter die Rennräder und fahre im anbrechenden Abendlicht auf Reichenberg. Samstag, 25.7.26, 132 km Ø 23,3 km/h (5:41) 789 Hm Σ 545 km; 25~35(~42)°C
Ausschlafen, Abendmahl in der Dorfkirche Reichenberg [11.8.26], gemeinsames Frühstück, Recherche der Übernachtungsmöglichkeiten in Most ("Teplice wäre schöner, in Most gäbe es nichts"; später mehr dazu) und Radtour u.a. zum Schloß Moritzburg, Einkehr in der Ausspanne am Leuchtturm [11.8.26] auf Kaffee & Kuchen, Ausblick auf Schloß Moritzburg von der Moritzburger Kirche, recherchiere den Kurs der Tschechischen Krone (100 CZK = 4,14 EUR). Sonntag, 26.7.26
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| Most, Minipivovar |
Zum Frühstück fegt ein heftiges Regengebiet über uns hinweg:-| Anschließend kaufe ich in Boxdorf beim Rad-Pabst [11.8.26] Vittoria-Faltreifen und zwei Schwalbe-Schläuche - für alle Fälle! - auf dem Weg nach Dresden: Elbflorenz bei Wolken! Nach einem zweiten Treffen mit Kurt auf einen Kaffee am Zwinger (Hier wird mein altes GIOS-Rennrad von einem Gast lobend erwähnt!) nähere ich mich dem - mir aus alten Tagen bekannten - Kulturpalast an der Ernst-Thälmann-Straße. Bei sich besserndem Wetter und wieder mit Rückenwind nehme ich Kurs auf das Erzgebirge, hier nach Verlassen der B 170 in Richtung Glashütte, wo ich eine Kaffee- & Kuchenpause einlege. Im Anstieg der Müglitz folgend passiere ich etwas später Geising mit dieser Baudekoraktion und die tschechische Grenze. Damit lasse ich auch die immer wieder durchziehenden Wolken hinter mir (am Abend hängen immer noch dicke Regenwolken im Erzgebirge, offenbar eine Art Wetterscheide), wie nach der Abfahrt hier in Hrob. Ein paar Kilometer später will ich mir das Kloster in Osek ansehen (links das neue Konventsgebäude, die Prälatur ab 1705 und rechts die Abteikirche ab 1206); doch es scheint geschlossen, die Instandsetzungsarbeiten eingestellt:-| Nur die 2015 wiedereröffnete Klosterbrauerei Ossegg [11.8.26] schenkt im Innenhof des Klosters neben den Ruinen der ehem. Wirtschaftsgebäude lecker aus: Pivo, hell & dunkel! [11.8.26] Kurze Zeit später schon nähere ich mich dem Tagebau beim heutigen Zielort Most, besser New Most oder Most 2000: Denn die "kulturhistorisch wertvolle Altstadt wurde infolge des Braunkohlenbergbaus in den Jahren 1967 bis 1982 abgerissen", "um die unter der Stadt lagernde Braunkohle gewinnen zu können." Quelle [11.8.26] Das Hotel Cascade, in dem ich nächtige, hat entsprechenden "sozialistischen" Charme:-) Und wurde mir von Jan, einem Rennradfahrer, den ich zuvor ansprach, empfohlen genau wie meine Abendeinkehr, die Minipivovar Most. Montag, 27.7.26, 104 km Ø 21,5 km/h (4:49) 1.545 Hm Σ 649; 20~18~24°C
Heute schwanke ich etwas bei der Planung der Etappe: In Pilsen würde ich gerne mal wieder übernachten; doch ergäbe das eine sehr lange Etappe am Folgetag bis Regensburg, wo ich bei Freunden angekündigt bin:-| So starte ich nach einem sehr guten Frühtsück erst 9:40 Uhr auf der "Bundes"-Straße 27 (LKW-Verkehr ohne Standstreifen) in Ermangelung an Alternativen, verlasse diese aber in Zatec. Über ruhige Nebenstrecken - Behindset-Tour nur echt mit Spiegelphoto! - fahre ich über aufgelassene Straßen, was kein Spaß ist und an reichlich Hopfenanbau vorbei und gelange zur Klosteranlage Plasy (Kornhaus mit Kapelle links und Schloßgarten, ehem. Prälatur rechts) mit ehem. Wirtschaftstrakt (im Hintergrund), ggü. links die Brauerei [11.8.26]: So wie 2012 (auf meiner Radtour nach Istanbul ist das Kloster aber geschlossen: Mein Rad schiebe ich in den Eingangsbereich und werfe einen Blick in das Untergeschoß des Kreuzgangs. Ich raffe mich auch und verlasse diesen gastlichen Ort, auf Nebenstrecken erreiche ich Pilsen: In der Nachmittagshitze will ich der Stadt aber nur entfliehen, die Etappe morgen sitzt mir etwas im Nacken:-| So erreiche ich auf Nebenstrecken Dobrany. Hier pausiere ich gegen 18:00 Uhr und kann mich nicht entscheiden: Hier inmitten der Altstadt am HAUPTPLATZ übernachten oder 17,5 km weiterfahren zum nächsten Hotel? Dieses liegt aber scheinbar außerhalb des Zentrums neben einer Schule (und das in den Ferien)! So treffe ich die gute Wahl und frage im Hotel Pivovar Modra Hvezda nach einem Zimmer: 1.400 CZK, gemacht! Essen tue ich wo ich schon pausiert habe, im V1e tThai mit Blick auf die Pfarrkirche; abends finde ich mich im Hof der - ja, richtig: Pivovar! - ein, der Treffpunkt für Fahrradfahrer aller Art nach der Ausfahrt: Da fühle ich mich wohl:-) ... obwohl mein Bierkonsum gedeckt ist und ich einen tschechischen Grünen Veltliner probiere zum Abschluß. Dienstag, 28.7.26, 133 km Ø 21,3 km/h (6:13) 1.860 Hm Σ 782 km; 22-28(~31(~35))°C
Zuerst werfe ich einen Blick auf's Wetter: Temperaturen sind ok, der Überquerung des Böhmerwalds steht nichts im Weg, die Frisur sitzt! Nur der Blick in die Zukunft macht mir etwas Sorgen: Für meinen Abreisetag in München ist Regen angekündigt, wo ich meine Regenjacke doch extra zuhause gelassen habe:-| Egal, nach dem Frühstück und vor der Abfahrt werfe ich noch einen Blick in die Pfarrkirche: Ab 1756 und im barocken Stil umgebaut. Über die pätgotische Brücke über die Radbuza [11.8.26] verlasse ich die Stadt, nach der 180 auf der 26, die ich in Holysov verlasse, bald schon mit Blick auf den Böhmerwald. Über Domazlice erreiche ich Trhanov am Fuße des Böhmerwaldes; hier lege ich eine Pause ein bei U Jana [11.8.26] für einen Kaffee: Auf die Frage "Do you speak english?" bekomme ich die Antwort "Sprechen Sie deutsch?" ;-) "Das stilvolle Restaurant U Sv. Jána in Chodská liegt in einem auf den ersten Blick unscheinbaren Haus am Dorfplatz von Trhanova, zwischen Teich und Schloss. Das Restaurant ist überraschend geräumig (bis zu 180 Plätze) und in vier separate Bereiche unterteilt. Im Sommer lädt die große, überdachte Terrasse oberhalb des Teichufers zum Verweilen ein. Die Speisekarte bietet neben traditionellen Gerichten und Chodská-Spezialitäten auch italienische Küche. Eine Lounge ist ebenfalls vorhanden. Das Restaurant ist bei deutschen Touristen sehr beliebt." Quelle [11.8.26] In Liskova passiere ich die Grenze, fahre auf der Umgehungsstraße schnell an Waldmünchen vorbei, die angekündigte Klosterschänke in Schönthal ist zu (klar: Di. & Mi. Ruhetag!), mache Pause in Rötz (Bäckereistop zum Geschäftsschluß: Eistee, Breze und Kokosteilchen, eben was noch da war; denn Thamer-Bräu ist schon lange geschlossen), scheitere auch in Bruck i. d. Oberpfalz (Gasthof Bergerwirt hat nur Fr., Sa. & So. offen) und kehre in Nittenau am Regen sehnsüchtig - da auch der Brauereigasthof Jakob genau heute Ruhetag hat! - im Stadtcafe [11.8.26] ein auf ein Nittenauer Helles sowie Pils und Himbeer-Mascarpone-Torte! Was eine Wohltat an diesem heißen Fahrtag ... Den direkten Weg zu meinem Zielort Regensburg schenke ich mir jetzt: Ich folge dem Fluß Regen und spare so gut 150 Hm. Die Fahrt auf dem Radweg und nahe am Fluß entspannt, vorbei an diesem/dieser aufgelassenen(?) Gasthaus/Pension. Fast pünktlich erreiche mit einem kleinen Schlußanstieg durch Regensburg meine Freunde. BTW: Heute gerate ich auf der St 2150 nach Rötz in eine unübersichtliche Baustelle. Klar, die Straße ist komplett gesperrt. Doch ein Arbeiter dort bietet an, mich und mein Rad im Pickup auf die andere Seite der 1,4 km langen Baustelle zu bringen; er müsse dort eh hin. Auf der kurzweiligen Fahrt stellt sich dann heraus, daß er ein noch älteres Bianchi-Rad im Keller stehen hat:-) Mittwoch, 29.7.26, 153 km Ø 23,6 km/h (6:29) 1.441 Hm Σ 935; 18-38(~47)°C
Wir frühstücken gemeinsam, dann setze ich den Schlußanstieg von gestern fort über die Autobahn und fahre in's Tal der Donau ab; hier folge ich dem Radweg bis Lengfeld. Richtung Teugn verlasse ich die Donau und fahre wie letztes Jahr - diesmal mit Umweg über Rottenburg a. d. Laaber, Einkehr im Biergarten Gasthof Eigenstetter [11.8.26] und weiter über Schmatzhausen - nach Moosburg a. d. Isar: Ob der Hitze heute lege ich eine regelrechte Mittagspause ein im Biergarten Drei Tannen [11.8.26] mit einem Mittagsgericht. (... das nächste Mal vlt. auf dem Staudinger Keller?) Im Weiteren folge ich jetzt der Isar, mit Pause in Freising und Garching im Biergarten vom Gasthof Neuwirt [11.8.26]: Hier bekomme ich den Tip, ja nicht durch den Englischen Garten zu fahren; der sei bei dem Wetter überfüllt! So nehme ich den kürzesten Weg zu meiner Pension und mache mich gleich nach der Ankunft auf den Weg auf den Augustiner-Keller: Der Biergarten ist total überfüllt, gerade in der Stadt München unsäglich; so suche ich mir einen ruhigen, recht kühlen Platz im Bereich des Bierausschanks. Zum Perlgraupenrisotto mit gehobeltem Parmesan, Wurzelgemüse und geschmolzenen Tomaten nehme ich ein Augustiner Helles. Jetzt merke ich die Strapazen des Tages, 135 km ständig in der Sonne gefahren zu sein:-| Donnerstag, 30.7.26, 135 km Ø 23,45 km/h (5:46) 1.029 Hm Σ 1.070; 31-41°C
Ausschlafen, frühstücken ab 10:00 Uhr im Schelling Salon und Postkarten schreiben und den Billard-Spielern zusehen, durch den Englischen Garten - ja, er ist übervoll mit Volk! - zum Biergarten am Chinesischen Turm und die SZ lesen, dann die Isar entlangbummeln und zum ersten Treffen zum Rosenheimer Platz: Ich bin mit einer alten Künstler-Freundin verabredet! Aber nur gerade so lange, daß ich das zweite Treffen am Abend mit Freunden der Familie bei ihrem Lieblingsgriechen nicht verpasse; den Abend lassen wir bei ihnen ausklingen ... Zurück in der Pension recherchiere ich schon beim gängigen Buchungsportal das Hotel in Donauwörth, welches ich dann aber ... Freitag, 31.7.26
... am nächsten Tag zum Hauspreis buche:-) Verabredet bin ich heute vormittag noch zum Frühstück mit Freunden aus meiner Münchener Zeit im Cafe in der Nähe des Rosenheimer Platzes: Wir sitzen im Garten und bekommen so leider nichts vom Pianisten mit, der drinnen spielt! Vor 12:00 Uhr komme ich los, aber es ist heute ja nicht weit: Ups, heute Gegenwind! Nach Dachau lege ich meinen ersten Stop in Aiching ein; hier wird das Stadtfest vorbereitet, welches 17:00 Uhr starten soll. Am Oberen Tor nähern sich die Aufbauarbeiten der Berabecka Boandl-Bräu (aus dem Nachbarort Oberbernbach) [11.8.26] dem Ende: Auf die Frage, ob denn der Hahn schon läuft, wird mir nur geantwortet: "Hell oder Dunkel?" Ich probiere einfach beide:-) Naja, Bezahlung ist für den Claqueur eher fakultativ ... Die Stadt verlasse ich durch das Untere Tor, nächster Halt ist Thierhaupten. Zuerst werfe ich eine Blick in die Klosterkirche, dann stärke ich mich im Biergarten für die letzte Teilstrecke und verlasse den Klosterhof in Richtung Donauwärth: Hier logiere ich an der alten Reichsstraße gegenüber des Liebfrauenmünsters. Ansehen tue ich mir auf meinem Stadtrundgang die Klosterkirche Heilig Kreuz (der spätbarocken Wessobrunner Schule), die Stadttore Färbertörl und Rieder Tor sowie die Altstadtinsel Ried. Samstag, 1.8.26, 112 km Ø 24,0 km/h (4:41) 694 Hm Σ 1.182 km; 25~31°C
Grobes Ziel ist heute das Taubertal; allerdings will ich beim Schloß Rechenberg vorbeischauen: Die Studienfahrt der 10. Klasse haben wir dort verbracht. Da die B 29 - am Sonntag fast ohne Verkehr, dennoch - für den Radverkehr gesperrt ist, folge ich den Nebenstraßen über die Dörfer: Eine unaufgeregte Landschaft (am südlichen Rand des Nördlinger Ries') [12.8.26]! Überquere etwas später südwestlich von Nördlingen die Landesgrenze von Bayern nach Baden-Württemberg und passiere an der Südwestecke des Nördlinger Ries' die Nordostecke der Schwäbischen Alb (Blick auf Utzmemmingen, der Berg Ipf im Hintergrund?). Gegen frühen Mittag erreiche ich das Schloß Rechenberg; hier die Aufnahme von 1982: DJH Baden-Württemberg hat die Jugenherberge 2018 aufgegeben [12.8.26]. Von diesen Plänen nach dem Verkauf ist aber nicht geblieben:-| Ein Ortsansässiger erzählt, daß der Eigentümer "nichts macht"; die Schloßeinfahrten sind mit Pferdetransportanhängern und einem Uraltauto vollgestellt, die Fensterläden abghängt. In der ehem. Schloßkirche [12.8.26] mache ich aber noch einen ausgehenden Betrieb aus: Blick auf die Ansbacher Kanzelwand. Der Gasthof im Ort scheint mir abweisend, ich fahre weiter ... und mache Halt in Crailsheim: Hier kehre ich auf einen Greek Salad (χωριάτικη σαλάτα = Dorfsalat / Horiatiki) [12.8.26] und ein Keller-Bier [12.8.26] im italienischen Restaurant Sicilia ein: Das Personal spricht durchweg italienisch & griechisch, wenn auch der albanische Kellner 25 Jahre in Thessaloniki gearbeitet hat:-) Eine internationale, wohltuende Pause ... Später folge ich der jetzt leeren B 290 über Feld und Flur: Gut daß ich die Bundesstraße in der Anfahrt auf Bad Mergentheim nicht schon wie geplant früher nach Mönchshof verlassen habe; denn dann wäre ich an der Herbsthäuser Brauerei-Gaststätte [12.8.26] vorbeigefahren: Hier bekomme ich noch ein Glas Helles, da trotz Geschäftsschluß (14:30 Uhr) der Zapfhahn noch nicht gereinigt wurde;-) So erfrischt und gestärkt nehme ich die Nebenstrecke und fahre über Rot (nur gut, daß gerade kein Polizist da war!) an Bad Mergentheim vorbei: Ich erinnere mich des Gasthofs Goldener Stern [12.8.26], in dem ich schon mehrfach übernachet habe. Doch der beherbergt am Sonntag Gäste nur nach Voranmeldung:-| Egal, ich fahre weiter auf Tauberbischofsheim, wo ich auf einer Tour im November mal übernachtet habe ...; das Hotel Badischer Hof staret heute aber in die Betriebsferien:-| So komme ich in einem der beiden letzten Einzelzimmer im Hotel Adlerhof [12.8.26] unter. Gerade findet in Tauberbischofsheim das Fencing Lifestyle Camp statt [12.8.26], ein griechisches Team ist hier einquartiert: So wird im Hotel kein Frühstück angeboten, da alle im Fecht-Zentrum frühstücken. Vor meinem Stadtrundgang frage ich den Betreuer des Teams, ob ich nicht auch dort frühstücken könnte. Er kann das nicht versprechen, will mich aber dorthin bringen: Na, mal sehen ... Essen tue ich auf dem Sonnenplatz: Dabei kommt die Pizza von der Pizzeria Pie und die Getränke von der Gaststätte Zum Ritter:-) Auffallen tuen mir später dann noch zwei Gebäude: Das Barockpalais des Weinhändlers Bögner von 1744 und das Haus Rincker des Spitalverwalters von 1628. Nach der längsten Etappe heute lohnt eine weitere Zwischenübernachtung bis Frankfurt nicht mehr wirklich; so plane ich, morgen durchzufahren und werfe einen Blick auf das Wetter: Super! Sonntag, 2.8.26, 163 km Ø 24,1 km/h (6:46) 1.748 Hm Σ 1.345 km; 18~34(~42)°C
Morgens finde ich mich um 7:50 Uhr vor dem Hotel ein und folge dem griechischen Kleinbus zum Fechtzentrum Tauberbischofsheim Bundesstützpunkt Fechten [12.8.26], wo ich in der Kantine mit den Fechtern für 8 EUR frühstücken kann. Ich bedanke mich beim Personal und den Griechen und folge dem Taubertal - vorbei an aufgelassenen Weinterrassen - zuerst nach Wertheim: Hier werfe ich einen Blick in die Stiftskirche. Später in Miltenberg lege ich ein zweites Frühstück ein, passiere den Großheubacher Bischofsberg - wo wir im Mai schon oberhalb gewandert sind - und verlasse den Main: Wieder eine der Straßensperrungen, ohne Hinweis, daß Fahrradfahrer bzw. Fußgänger passieren können! Deshalb aber frei von KFZ:-) Über die nördlichen Ausläufer des Odenwaldes erreiche Groß-Umstadt für eine letzte Pause im Biergarten des Restaurants Brücke-Ohl [12.8.26]: Hier schreibe ich die letzten Postkarten; denn während der Woche auf dem platten Land ist es extrem schwierig geworden, an Postkarten zu kommen:-| (Da fällt mir nur Christians Motto ein: "Haben ist besser als Brauchen!") In Offenbach wechsel ich an den Main und fahre auf gleichem Weg zurück nach Frankfurt, wie ich gestartet bin! Montag, 3.8.26, 153 km Ø 23,9 km/h (6:24) 641 Hm Σ 1.498 km; 20~40(~44)°C
Naja, aus den geplanten 1.600 km sind letzlich nur 1.500 km geworden, egal. Die Etappen - gerade die über 150 km - haben meinen Stoffwechsel sicher in Schwung gebracht: Die Grundlage für das folgende Lauftraining. Die Mischung aus Besuchen von Freunden und den beinahe kontemplativen Verbindungsstrecken hat mir gefallen. Was bleibt mir in Erinnerung? Burgen, Schlösser und Kirchen, originale Ortsdurchfahrten "wie zu Erichs Zeiten", Fachwerk, Jugendstil und Plattenbauten (dazu eine Mischung zeitgenössischer Architektur aus den 1980er bis zu den 2020er Jahren), Baulücken, Leerstände und aufgelassene LPG's. Und gottlob bin ich - wenn ich so in meinen Freundeskreis schaue - unfallfrei durchgekommen!